Formate & Materialien

Print-Mailing: Definition, Bedeutung & Beispiele im Direktmarketing

Print-Mailing Ein Print-Mailing ist eine gedruckte, physisch per Post zugestellte Werbesendung, die individuell an den Empfänger adressiert ist. Typische Formate sind Werbebriefe, Selfmailer, Postkarten und Maxi-Postkarten. Im Vergleich zu digitalen Kanälen erzielt das Print-Mailing deutlich höhere Response-Raten und ist unter der DSGVO ohne vorherige Einwilligung zulässig.

Auf einen Blick

Begriff:Print-Mailing
Kategorie:Formate & Materialien
Englisch:Direct Mail / Print Mailing
Synonyme:Direktmailing, Direct Mail, Werbemailing, postalisches Mailing, Werbesendung

Was ist ein Print-Mailing? -- Definition und Abgrenzung

Ein Print-Mailing ist eine gedruckte Werbesendung, die physisch per Post an individuell adressierte Empfänger zugestellt wird. Der Begriff umfasst alle Formen postalischer Direktwerbung -- vom klassischen Werbebrief im Umschlag über Selfmailer und Postkarten bis zu aufwendigen Katalog-Mailings mit Warenproben und Beilagen. Im Unterschied zur unadressierten Postwurfsendung (POSTAKTUELL) ist ein Print-Mailing immer namentlich an den Empfänger adressiert und wird über den Versandservice Dialogpost der Deutschen Post verschickt.

Die Abgrenzung zu verwandten Begriffen ist einfach: Der Werbebrief ist ein spezifisches Format innerhalb der Print-Mailings -- die Werbebotschaft steckt in einem Briefumschlag mit Platz für Beilagen. Die Dialogpost ist der Versandservice der Deutschen Post für Print-Mailings (ab 5.000 Stück bundesweit oder 200 Stück je Leitregion). Die Postwurfsendung dagegen ist unadressiert oder teiladressiert und erreicht Haushalte ohne namentliche Ansprache. Das E-Mailing schliesslich ist das digitale Pendant -- mit deutlich niedrigeren Response-Raten und strengeren Einwilligungsanforderungen.

Laut dem Dialogmarketing-Monitor (DMM) 2024 der Deutschen Post gaben deutsche Unternehmen 2023 insgesamt 5,9 Milliarden Euro für Print-Mailings aus. 83 Prozent der Empfänger schauen sich adressierte Werbesendungen an -- eine Beachtungsquote, die über alle Altersgruppen hinweg bei mindestens 80 Prozent liegt. 51 Prozent nutzen das Print-Mailing für eine Bestellung oder einen Einkauf, und 60 Prozent geben Mailings im Haushalt weiter.

5,9 Mrd.
EUR Print-Mailing-Ausgaben Deutschland 2023 (DMM 2024)
4,1%
CVR bei Bestandskunden-Mailings (CMC 2025)
1.011%
ROAS bei Bestandskunden-Mailings (CMC 2025)
83%
Empfänger schauen adressierte Werbesendungen an (DMM 2024)

Formate im Überblick: Vom Werbebrief bis zur Maxi-Postkarte

Print-Mailings gibt es in verschiedenen Formaten, die sich in Kosten, Wirkung und Einsatzzweck grundlegend unterscheiden. Das meistgenutzte Format ist nach wie vor der klassische Werbebrief: ein personalisiertes Anschreiben im Briefumschlag (DIN Lang, C5 oder C4), häufig ergänzt durch Beilagen wie Gutscheinkarten, Produktflyer oder Warenproben. Die CMC Dialogpost-Studie 2020 -- die bislang einzige Studie, die Formate direkt miteinander verglich -- ermittelte für den Werbebrief eine 25 Prozent höhere Conversion Rate als für Selfmailer und Maxi-Postkarten. Der durchschnittliche Bestellwert lag beim Werbebrief bei 84,20 Euro.

Der Selfmailer ist die günstigere Alternative: Ein einzelnes Druckstück, das durch Falzung und Verklebung ohne Umschlag versendet wird. Die Werbebotschaft ist sofort sichtbar, der Produktionsaufwand geringer. Allerdings zeigte die CMC-Studie 2020, dass der ROAS des Werbebriefs 42 Prozent über dem des Selfmailers lag -- der höhere Stüeckpreis des Briefs wird durch die bessere Performance mehr als kompensiert.

Die Postkarte (Standard: 148 x 105 mm, DIN A6) ist das einfachste und günstigste Print-Mailing-Format -- ideal für kurze, einprägsame Botschaften oder als Reminder. Noch effektiver ist die Maxi-Postkarte (235 x 125 mm): fast 90 Prozent grösser als die Standardpostkarte, aber zum gleichen Dialogpost-Porto von 0,36 Euro versendbar. Beide Formate eignen sich besonders für trigger-basierte Kampagnen wie Warenkorbabbrecher-Mailings oder Geburtstagsgrüsse, bei denen Geschwindigkeit und niedrige Stückkosten zählen.

Print-Mailing-Formate im Vergleich (CMC 2020)

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FormatCVRROAS vs. SelfmailerBestellwertTypischer Einsatz
Werbebrief (Umschlag)
5,7%
+42%
84,20 EUR
Bestandskunden-Aktivierung, Katalog-Beilage
Selfmailer
4,6%
Basis
k.A.
Produkteinführung, Saisonale Angebote
Maxi-Postkarte
4,6%
+15% (vs. Postkarte)
k.A.
Trigger-Kampagnen, Reminder
Postkarte (DIN A6)
k.A.
Basis
k.A.
Geburtstag, Warenkorbabbruch, Win-back
Alternative mobile view:
Format:Werbebrief (Umschlag)
CVR:5,7%
ROAS vs. Selfmailer:+42%
Bestellwert:84,20 EUR
Typischer Einsatz:Bestandskunden-Aktivierung, Katalog-Beilage
Format:Selfmailer
CVR:4,6%
ROAS vs. Selfmailer:Basis
Bestellwert:k.A.
Typischer Einsatz:Produkteinführung, Saisonale Angebote
Format:Maxi-Postkarte
CVR:4,6%
ROAS vs. Selfmailer:+15% (vs. Postkarte)
Bestellwert:k.A.
Typischer Einsatz:Trigger-Kampagnen, Reminder
Format:Postkarte (DIN A6)
CVR:k.A.
ROAS vs. Selfmailer:Basis
Bestellwert:k.A.
Typischer Einsatz:Geburtstag, Warenkorbabbruch, Win-back

Was Print-Mailings so wirksam macht: Die Wissenschaft dahinter

Die hohe Wirksamkeit von Print-Mailings ist nicht nur durch Branchenstudien belegt, sondern auch neurowissenschaftlich erklärbar. Die vielzitierte Royal Mail / Millward Brown Studie (2009) untersuchte mittels funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRI), wie das Gehirn auf physische versus digitale Werbung reagiert. Das Ergebnis: Physische Mailings erzeugen mehr emotionale Verarbeitung als digitale Werbung, werden vom Gehirn als "realer" wahrgenommen und aktivieren Hirnregionen, die mit räumlich-visueller Integration verknüpft sind. Diese "reale" Erfahrung führt zu besserer Erinnerungsleistung und positiveren Markenassoziationen.

Die USPS / Temple University Studie (2015) bestätigte diese Befunde mit Eye-Tracking, Biometrie und fMRI: Konsumenten verbringen mehr Zeit mit dem Betrachten physischer Werbung als digitaler. Eine Woche später konnten sich die Teilnehmer schneller an gedruckte Anzeigen erinnern -- und dieser Effekt galt für alle Altersgruppen, einschliesslich Millennials -- wobei jüngere Erwachsene physische Anzeigen besonders schnell verarbeiteten. In der Psychologie wird dieser Mechanismus als Endowment Effect beschrieben: Das blosse Berühren eines physischen Objekts erzeugt ein Gefühl des Besitzes und erhöt den wahrgenommenen Wert.

Für die Praxis bedeutet das: Print-Mailings wirken nicht nur kurzfristig, sondern entfalten einen messbaren Langzeiteffekt. Die CMC-Studien zeigen konsistent, dass 47 Prozent der Bestellungen erst ab der fünften Woche nach Versand eingehen -- der Brief liegt im Haushalt, wird wiedergesehen und löst auch Monate später noch Kaufentscheidungen aus. Kein digitaler Kanal erreicht eine vergleichbare Verweildauer im Alltag des Empfängers.

Ergebnisse der CMC-Studien 2020 bis 2025

Die CMC Print-Mailing-Studien des Collaborative Marketing Club und der Deutschen Post sind die umfassendste empirische Datenbasis für die Wirksamkeit von Print-Mailings im E-Commerce. Seit 2020 testen jährlich rund 40 bis 45 Online-Händler über eine Million Print-Mailings an Bestandskunden -- mit messbaren Ergebnissen für Conversion Rate, ROAS und Warenkorbwert.

Die Studien belegen eine bemerkenswerte Konstanz: Die durchschnittliche CVR liegt seit 2020 stabil zwischen 4,1 und 6,8 Prozent bei Bestandskunden. Der ROAS schwankt stärker -- von 734 Prozent (2022) bis 1.190 Prozent (2021) -- abhängig von Branchenmix und Gutscheinstrategie. Die jüngste CMC-Studie 2025 (43 Händler, 1.157.674 Mailings) ergab 4,1 Prozent CVR und 1.011 Prozent ROAS: Jeder investierte Werbe-Euro generierte über 10 Euro Umsatz. 12 Prozent der Empfänger besuchten nach Erhalt den Online-Shop, der durchschnittliche Warenkorb lag 13 Prozent über der Vorbestellung.

Besonders aufschlussreich sind die Erkenntnisse zu Erfolgsfaktoren: Hohe Gutscheinwerte erzielen 61 Prozent höhere CVR als niedrige (CMC 2022). Prozent-Gutscheine performen 23 Prozent besser als Euro-Wert-Gutscheine (CMC 2022). Separate Gutscheinkarten als Beilage steigern die CVR um bis zu 33 Prozent (CMC 2023). Und zeitlich unlimitierte Gutscheine erzielen 5,4 Prozent CVR gegenüber 3,6 Prozent bei limitierten Angeboten (CMC 2024). Die RFM-Segmentierung ist entscheidend: Kunden mit dem höchsten Frequency-Score (5 vs. 1) zeigen eine 170 Prozent höhere CVR (CMC 2024).

Werbebrief: 25% höhere CVR als andere Formate

Die CMC-Studie 2020 verglich erstmals Werbebrief, Selfmailer und Maxi-Postkarte direkt. Ergebnis: Der Werbebrief erzielt 5,7% CVR und +42% ROAS gegenüber dem Selfmailer.

Gutscheinkarte als stärkster Responseverstärker

Eine separate, physische Gutscheinkarte als Beilage erhöt die CVR um bis zu 33% (CMC 2023). Tipp: Prozent-Gutscheine performen 23% besser als Euro-Wert-Rabatte.

Langzeiteffekt: 47% der Bestellungen ab Woche 5

Print-Mailings wirken weit über den Versandtag hinaus. Fast die Hälfte aller Conversions tritt erst ab der fünften Woche ein. Empfehlung: Messzeitraum von mindestens 8-10 Wochen.

Omnichannel: +101% CVR mit E-Mail-Reminder

Die CMC-Studie 2021 zeigte: Ein E-Mail-Reminder nach dem Print-Mailing steigert die CVR um 101 Prozent. Print + Digital gemeinsam erzielen die besten Ergebnisse.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Der Versand von Print-Mailings erfolgt in Deutschland über die Dialogpost der Deutschen Post. Die Portokosten (Stand 2026) sind gestaffelt: Eine Postkarte kostet 0,36 Euro, ein Standardbrief (bis 20 g) 0,38 Euro, und ein Grossformat (bis 1.000 g) zwischen 0,54 und 1,11 Euro je nach Gewicht. Hinzu kommen Kosten für Druck, Personalisierung, Konfektionierung und gegebenenfalls Lettershop-Dienstleistungen. Die typischen Gesamtkosten liegen je nach Format und Auflage bei 0,50 bis 1,50 Euro pro Stück.

Für die Dialogpost gelten Mindestmengen: 5.000 Sendungen bundesweit oder 200 Sendungen je Leitregion. Kleinere Auflagen (500 bis 4.999 Stück) sind über die Dialogpost Easy möglich -- mit einem Zuschlag von 0,18 Euro pro Sendung. Die Sendungen müssen rein werblichen Inhalt haben; seit dem 1. Januar 2020 sind Rechnungen, Vertragsunterlagen oder andere Geschäftspost über Dialogpost nicht mehr zulässig.

Im Vergleich zu digitalen Kanälen erscheinen die Stückkosten hoch -- der ROAS relativiert das jedoch deutlich: Bei einem durchschnittlichen ROAS von 1.011 Prozent (CMC 2025) generiert jeder investierte Euro über zehn Euro Umsatz. Die Kosten pro Bestellung (CPO) bei Neukundengewinnung per Print-Mailing liegen laut CMC-Studie 2021 bei rund 40 Euro -- angesichts der typischen Kundenlebenszeitwerte im E-Commerce ein wirtschaftlich sinnvoller Akquisitionskanal.

Rechtliche Vorteile: DSGVO und Print-Mailing

Print-Mailings geniessen einen entscheidenden rechtlichen Vorteil gegenüber E-Mail-Werbung: Sie sind unter der DSGVO ohne vorherige Einwilligung zulässig. Die Rechtsgrundlage ist Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO (berechtigtes Interesse), gestützt auf Erwägungsgrund 47, der Direktwerbung ausdrücklich als berechtigtes Interesse nennt. Das OLG Stuttgart hat am 2. Februar 2024 (Az. 2 U 63/22) bestätigt, dass personalisierte Briefwerbung auch ohne Einwilligung und ohne bestehende Kundenbeziehung DSGVO-konform ist.

E-Mail-Werbung dagegen erfordert eine ausdrückliche Einwilligung nach UWG Paragraph 7 Abs. 2 Nr. 3 (Double-Opt-in). Dieser Unterschied ist in der Praxis gravierend: Während per E-Mail nur Kontakte mit gültigem Opt-in erreichbar sind, können Unternehmen per Print-Mailing nahezu alle Bestandskunden und sogar Neukunden ansprechen -- solange der Empfänger nicht widerspricht (Art. 21 Abs. 2 DSGVO). Jeder Werbebrief muss einen Hinweis auf dieses Widerspruchsrecht enthalten.

Keine generelle Impressumspflicht besteht für Print-Mailings (das DDG/Digitale-Dienste-Gesetz gilt nur für Online-Medien). Allerdings müssen Identität und Anschrift des Anbieters angegeben werden, sobald die Werbung hinreichend konkrete Informationen über Produkt und Preis enthält, sodass der Empfänger eine Geschäftsentscheidung treffen kann.

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Häufige Fragen zum Print-Mailing

5 Fragen beantwortet

Die Portokosten über Dialogpost betragen ab 0,36 EUR (Postkarte) bzw. 0,38 EUR (Standardbrief bis 20 g). Hinzu kommen Druck, Personalisierung und Konfektionierung. Die typischen Gesamtkosten liegen bei 0,50 bis 1,50 EUR pro Stück je nach Format und Auflage. Mindestmengen: 5.000 Stück bundesweit (Dialogpost Standard) oder 500 Stück (Dialogpost Easy mit 0,18 EUR Zuschlag). Trotz höherer Stückkosten als E-Mail erzielen Print-Mailings laut CMC-Studie 2025 einen ROAS von 1.011% -- jeder Euro generiert über 10 EUR Umsatz.

Der klassische Werbebrief im Umschlag erzielt die höchste Conversion Rate: 5,7% gegenüber 4,6% bei Selfmailern und Maxi-Postkarten (CMC-Studie 2020). Das entspricht einer 25% höheren CVR. Der ROAS des Werbebriefs liegt 42% über dem des Selfmailers. Für trigger-basierte Kampagnen (Warenkorbabbruch, Geburtstag) kann die günstigere Maxi-Postkarte sinnvoller sein, wenn Geschwindigkeit und Stückkosten entscheidend sind.

Die CMC Print-Mailing-Studien 2020-2025 zeigen bei Bestandskunden eine durchschnittliche Conversion Rate von 4,1-6,8%. Zum Vergleich: E-Mail-Werbung erzielt laut DMA/ANA-Studien nur 0,12% Response-Rate. 83% der Empfänger schauen adressierte Print-Mailings an (DMM 2024), 12% besuchen den Online-Shop (CMC 2025), und 47% der Bestellungen gehen erst ab der fünften Woche ein -- ein Langzeiteffekt, den digitale Kanäle nicht erreichen.

Nein. Print-Mailings (Briefwerbung) sind unter der DSGVO ohne vorherige Einwilligung zulässig. Die Rechtsgrundlage ist Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO (berechtigtes Interesse), gestützt auf Erwägungsgrund 47. Das OLG Stuttgart hat am 02.02.2024 (Az. 2 U 63/22) bestätigt: Personalisierte Briefwerbung ist auch ohne Kundenbeziehung DSGVO-konform. Pflicht: Hinweis auf das Widerspruchsrecht nach Art. 21 DSGVO in jedem Mailing. Im Gegensatz dazu erfordert E-Mail-Werbung eine ausdrückliche Einwilligung (Double-Opt-in).

Laut CMC-Studien gibt es fünf zentrale Hebel: (1) Personalisierung -- volladressierte Mailings erzielen 22% höhere Reaktionsraten als teiladressierte (CMC 2021). (2) Gutscheinkarte als Beilage -- steigert die CVR um bis zu 33% (CMC 2023). (3) Prozent-Gutscheine statt Euro-Wert -- 23% besser (CMC 2022). (4) Zeitlich unlimitierte Gutscheine -- 5,4% vs. 3,6% CVR (CMC 2024). (5) E-Mail-Reminder nach dem Print-Mailing-Versand -- steigert die CVR um 101% (CMC 2021).

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