Postwurfsendung: Definition, Bedeutung & Beispiele im Direktmarketing
Postwurfsendung Eine Postwurfsendung ist eine nicht adressierte oder teiladressierte Werbesendung, die von der Deutschen Post flächendeckend in die Briefkästen eines definierten Zustellgebiets eingeworfen wird — ohne dass eine namentliche Empfängeradresse erforderlich ist.
Auf einen Blick
Was ist eine Postwurfsendung? — Definition und Abgrenzung
Eine Postwurfsendung ist eine Werbesendung, die ohne namentliche Adressierung durch die Briefzusteller der Deutschen Post in die Briefkästen eines definierten Gebiets eingeworfen wird. Im Unterschied zum adressierten Werbebrief oder zur Dialogpost braucht der Absender keinen eigenen Adressbestand — die Sendung erreicht alle Haushalte oder eine nach Gebiet und Merkmalen selektierte Empfängergruppe. Typische Formate sind Flyer, Prospekte, Broschüren und Warenproben.
Die Deutsche Post hat das Produkt „Postwurfsendung" im Januar 2016 in POSTAKTUELL umbenannt. Der Begriff „Postwurfsendung" ist im allgemeinen Sprachgebrauch aber weiterhin geläufig und wird von der Branche synonym verwendet. Daneben bietet die Deutsche Post mit POSTWURFSPEZIAL eine teiladressierte Variante an, bei der Sendungen nicht unadressiert, sondern mit einer Zielgruppenbezeichnung versehen werden — etwa „An alle Bewohner des Hauses" oder „An alle Sportbegeisterten". Diese teiladressierte Postwurfsendung ermöglicht eine gezieltere Ansprache auf Basis mikrogeografischer Daten, ohne dass individuelle Namen benötigt werden.
Die Abgrenzung zur Hauswurfsendung ist einfach: Während eine Postwurfsendung durch die Briefzusteller der Deutschen Post verteilt wird, erfolgt eine Hauswurfsendung durch kommerzielle Verteildienste oder Zeitungszusteller. Die Zustellqualität und Nachvollziehbarkeit ist bei der Deutschen Post in der Regel höher — die Deutsche Post hält einen Marktanteil von rund 87 Prozent im Briefmarkt.
Die drei Versandwege im Vergleich
Die Deutsche Post bietet drei Print-Mailing-Produkte an, die sich in Adressierung, Kosten und Einsatzzweck grundlegend unterscheiden. Die Wahl des richtigen Versandwegs ist eine der wichtigsten strategischen Entscheidungen im Direktmarketing — sie bestimmt Reichweite, Response-Rate und Kosten pro Bestellung.
POSTAKTUELL (die klassische Postwurfsendung) richtet sich an alle Haushalte in einem Zustellbezirk. Die kleinste Selektionseinheit ist ein einzelner Zustellbezirk mit durchschnittlich rund 650 Haushalten. Der Absender kann zwischen zwei Zustellarten wählen: „An alle Haushalte" (jeder Briefkasten erhält die Sendung) oder „An Haushalte mit Tagespost" (günstiger, da die Zustellung ohnehin erfolgt). Formate reichen von einfachen Flyern bis zu Broschüren im DIN-C4-Format mit bis zu 1.000 Gramm Gewicht.
POSTWURFSPEZIAL ist die teiladressierte Variante und bietet deutlich feineres Targeting. Über die Deutsche Post Direkt stehen mehr als 100 mikrogeografische Selektionskriterien zur Verfügung — darunter Kaufkraft, Wohnsituation, Baujahr des Wohnhauses, Akademikeranteil und PKW-Alter. Aus über 34 Millionen Adressen lassen sich so passgenaue Zielgruppen bilden, ohne dass eigene Kundendaten nötig sind. Die Mindestmenge beträgt 5.000 Stück (Postwurfspezial Easy) bzw. 20.000 Stück im Standardversand.
DIALOGPOST (zum Vergleich) ist das volladressierte Produkt für Unternehmen mit eigenem Adressbestand. Hier wird jeder Empfänger namentlich angeschrieben, was volle Personalisierung ermöglicht — Gutscheincodes, persönliche Anrede, individuelle Angebote. Die CMC-Studien zeigen, dass adressierte Mailings an Bestandskunden deutlich höhere Response-Raten erzielen als teil- oder unadressierte Sendungen.
POSTAKTUELL vs. POSTWURFSPEZIAL vs. DIALOGPOST
Wann lohnt sich eine Postwurfsendung?
Die Postwurfsendung ist immer dann das richtige Instrument, wenn maximale Reichweite bei niedrigsten Stückkosten gefragt ist — und kein eigener Adressbestand vorhanden ist. Lokale Geschäfte, die ihr Einzugsgebiet bewerben wollen, Filialisten mit neuen Standorten oder Unternehmen, die ein neues Produkt flächendeckend einführen, setzen klassisch auf Postwurfsendungen. Der Stückpreis liegt deutlich unter dem eines adressierten Werbebriefs.
Allerdings geht die hohe Reichweite mit höheren Streuverlusten einher. Da keine individuelle Selektion nach Interessen oder Kaufverhalten möglich ist (bei POSTAKTUELL), erreicht die Sendung auch Haushalte ohne jedes Interesse am beworbenen Angebot. Die Response-Rate liegt bei unadressierten Postwurfsendungen typischerweise bei 0,5 bis 2 Prozent — deutlich unter den 4 bis 8 Prozent, die adressierte Bestandskunden-Mailings in den CMC-Studien erzielen. Der niedrigere Stückpreis kann diesen Nachteil aber mehr als kompensieren: Die CMC-Studie 2021 zeigte, dass die Kosten pro Bestellung (CPO) bei teiladressierten Postwurfsendungen mit 32 Euro rund 30 Prozent niedriger lagen als bei volladressierten Mailings mit 46 Euro.
Für Unternehmen, die systematisch Neukunden gewinnen wollen, bietet sich POSTWURFSPEZIAL als Mittelweg an. Die mikrogeografische Selektion reduziert die Streuverluste erheblich, während die Kosten pro Sendung unter denen der Dialogpost bleiben. Die CMC-Studie 2021 testete beide Varianten an jeweils 50.000 potenziellen Neukunden: Die teiladressierte Postwurfsendung erzielte eine CVR von 0,9 Prozent bei einem ROAS von rund 250 Prozent — jeder investierte Werbe-Euro generierte also 2,50 Euro Umsatz.
Lokale Geschäfte & Filialisten
Maximale Reichweite im Einzugsgebiet zum niedrigsten Stückpreis. Ideal für Neueröffnungen, saisonale Angebote und lokale Events.
Neukundengewinnung ohne Adressbestand
Mit Postwurfspezial erreichst du potenzielle Neukunden anhand mikrogeografischer Merkmale — ohne eigene Adressliste. Die CMC-Studie 2021 belegt: 250% ROAS bei teiladressierten Neukunden-Mailings.
Produkteinführungen & Markenbekanntheit
Flächendeckende Postwurfsendungen eignen sich hervorragend, um neue Produkte oder Dienstleistungen in einem Markt bekannt zu machen — bei planbaren Kosten.
Ergänzung zu adressierten Mailings
Viele Unternehmen kombinieren Postwurfsendungen für die Neukundengewinnung mit Dialogpost für die Bestandskunden-Aktivierung — ein bewährter Marketing-Mix im Direktmarketing.
Rechtliche Rahmenbedingungen — Das Opt-out-Prinzip
Im Gegensatz zur E-Mail-Werbung, die nach UWG § 7 Abs. 2 Nr. 3 eine vorherige ausdrückliche Einwilligung (Opt-in) erfordert, gilt für physische Postwurfsendungen das Opt-out-Prinzip: Briefkastenwerbung ist grundsätzlich erlaubt, solange der Empfänger nicht erkennbar widerspricht. Der wichtigste Widerspruchsmechanismus ist der „Bitte keine Werbung"-Aufkleber am Briefkasten.
Die rechtliche Grundlage für die Wirksamkeit dieses Aufklebers geht auf ein BGH-Urteil von 1988 (Az. VI ZR 182/88) zurück: Werbetreibende und Verteiler müssen den erkennbaren Willen des Empfängers respektieren. Wer trotz Aufkleber unadressierte Werbung einwirft, riskiert Unterlassungsansprüche. Laut einer BDZV-Erhebung tragen inzwischen 30,9 Prozent der deutschen Briefkästen einen solchen Aufkleber (Stand 2024) — mit stark steigender Tendenz (2015: rund 23 Prozent) und großen regionalen Unterschieden: In Großstädten wie München oder Stuttgart liegt die Quote oft über 50 Prozent, auf dem Land unter 10 Prozent.
Wichtig für die Praxis: Der Aufkleber gilt für unadressierte und teiladressierte Postwurfsendungen gleichermaßen — das hat das OLG München bestätigt. Adressierte Werbebriefe (Dialogpost) dürfen hingegen trotz Aufkleber zugestellt werden, da sie namentlich an den Empfänger gerichtet sind. Für Unternehmen bedeutet das: Die effektive Reichweite einer Postwurfsendung reduziert sich um den Anteil der Werbeverweigerer — in städtischen Gebieten kann das die Hälfte der Haushalte ausmachen. Die Deutsche Umwelthilfe und die Initiative „Letzte Werbung" fordern zudem ein Opt-in-System nach Vorbild von Amsterdam, wo seit 2018 ein solches Modell rund 6.000 Tonnen Papier pro Jahr einspart.
Geschichte der Postwurfsendung in Deutschland
Die Postwurfsendung hat eine fast hundertjährige Geschichte. Am 1. März 1925 ließ die Deutsche Reichspost erstmals sogenannte „Wurfsendungen" versuchsweise zu — mit einer Mindestmenge von 1.000 Stück auf einmal. 1927 wurde die Bezeichnung offiziell in „Postwurfsendung" geändert, gleichzeitig wurden Mischsendungen aus Drucksachen und Warenproben möglich. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Dienst eingestellt und in der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik wieder aufgenommen.
In den 1990er und 2000er Jahren expandierte die Deutsche Post AG das Produkt erheblich und führte mit Postwurfspezial die teiladressierte Variante ein, die durch mikrogeografisches Targeting deutlich gezieltere Verteilung ermöglichte. Im Januar 2016 erfolgte die Umbenennung des unadressierten Produkts von „Postwurfsendung" in POSTAKTUELL. Seit dem 1. Januar 2026 sind ausschließlich Frankierarten mit digitalem Matrixcode zugelassen — ein Schritt zur verbesserten Steuerbarkeit und Nachverfolgung der Zustellqualität.
Postwurfsendung international
Die Postwurfsendung ist kein rein deutsches Phänomen. In Großbritannien bietet die Royal Mail mit „Door to Door" ein vergleichbares Produkt an, das über 29 Millionen Haushalte erreicht. In den USA hat der USPS mit dem Programm „Every Door Direct Mail" (EDDM) seit 2011 über 33 Milliarden Sendungen ausgeliefert und damit über 5 Milliarden US-Dollar Umsatz generiert. In Österreich bietet die Österreichische Post ähnliche Produkte an, in der Schweiz die Schweizerische Post unter dem Namen „PromoPost". Allen gemeinsam ist das Grundprinzip: flächendeckende Werbezustellung ohne individuelle Adressierung.
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Jetzt kostenlos testenHäufige Fragen zur Postwurfsendung
5 Fragen beantwortet
Eine Postwurfsendung (POSTAKTUELL) ist unadressiert und wird an alle Haushalte in einem Zustellgebiet verteilt — ohne namentliche Adressierung. Dialogpost ist dagegen volladressiert: Jeder Empfänger wird mit Namen und Adresse angeschrieben, was Personalisierung und höhere Response-Raten ermöglicht. Der Stückpreis der Postwurfsendung ist deutlich niedriger, die CVR aber ebenfalls: 0,5–2% (unadressiert) vs. 4,1% (adressiert, CMC 2025).
Die Deutsche Post bietet POSTAKTUELL (unadressiert) und POSTWURFSPEZIAL (teiladressiert) an. POSTAKTUELL ist das günstigste Print-Mailing-Produkt — die Stückkosten liegen deutlich unter denen der adressierten Dialogpost. Die genauen Tarife richten sich nach Gewicht, Format und Zustellart ('An alle Haushalte' vs. 'An Haushalte mit Tagespost'). Aktuelle Preise findest du auf deutschepost.de.
Ja. Laut BGH-Urteil von 1988 (Az. VI ZR 182/88) müssen Werbetreibende den erkennbaren Willen des Empfängers respektieren. Das gilt für unadressierte und teiladressierte Postwurfsendungen gleichermaßen (bestätigt durch OLG München). Adressierte Werbebriefe (Dialogpost) dürfen hingegen trotz Aufkleber zugestellt werden, da sie namentlich an den Empfänger gerichtet sind. Stand 2024 tragen 30,9% der deutschen Briefkästen einen solchen Aufkleber.
Die Response-Rate variiert stark nach Adressierungsart: Unadressierte Postwurfsendungen (POSTAKTUELL) erzielen typischerweise 0,5–2%. Teiladressierte Sendungen (POSTWURFSPEZIAL) erreichten in der CMC-Studie 2021 eine CVR von 0,9% bei Neukunden. Zum Vergleich: Adressierte Dialogpost erzielt bei Bestandskunden 4,1% CVR (CMC 2025). Der niedrigere Stückpreis der Postwurfsendung kann den CVR-Nachteil aber kompensieren — die CMC 2021 zeigte 30% niedrigere Kosten pro Bestellung (CPO) bei teiladressierten vs. volladressierten Mailings.
Postwurfsendungen sind die bessere Wahl, wenn du: (1) keinen eigenen Adressbestand hast, (2) maximale lokale Reichweite zum niedrigsten Stückpreis brauchst, (3) ein neues Geschäft oder Produkt flächendeckend bekannt machen willst oder (4) eine einfache Werbebotschaft (Flyer, Prospekt) ohne individuelle Personalisierung versenden willst. Sobald du jedoch Bestandskunden aktivieren, personalisierte Gutscheincodes einsetzen oder messbare Response-Raten über 3% anstreben willst, ist der adressierte Werbebrief via Dialogpost die effektivere Wahl.
Verwandte Begriffe
Direktmarketing
Alle Marketingmaßnahmen mit direkter, persönlicher Ansprache und messbarer Response — per Werbebrief, E-Mail oder Telefon.
Dialogpost
Das adressierte Werbebrief-Produkt der Deutschen Post mit reduzierten Portokosten für den Massenversand von Print-Mailings ab 500 Sendungen.
Werbebrief
Persönlich adressiertes Print-Mailing zur direkten Kundenansprache per Post — mit messbarer Response und nachweislich höherer Wirkung als digitale Kanäle.
Streuverlust
Der Anteil einer Werbemaßnahme, der Personen außerhalb der Zielgruppe erreicht — wirkungslos eingesetztes Budget, das durch präzises Targeting reduziert werden kann.
Lettershop
Dienstleister für die maschinelle Produktion und Versandvorbereitung von Mailings — vom Druck über Kuvertierung bis zur Posteinlieferung.
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